9 Aug 2010
Wie alles begann …
Der 26.Dezember 2004. Am Morgen trifft ein gewaltiger Tsunami auf die Küste Sri Lankas, überschwemmt und zermalmt alles was sich ihm in den Weg stellt und ließ den Menschen am Strand, in den Häusern und Straßen kaum eine Chance zur Flucht
Mehr als 300 000 kamen um, und als sich das Wasser zurückgezogen hatte, waren mehr als eine Million ohne Obdach; bedeckten Trümmer und Schutt die Erde, waren Städte und Dörfer verwüstet.
Dies hat sich uns ins Gedächtnis gebrannt und hat uns veranlasst zu sagen: wir wollen helfen, und genau das haben wir getan.
Wir kannten Sri Lanka von früheren Reisen. Aber diesmal sind wir mit gemischten Gefühlen am 05. März 2005 dorthin gereist. Dort haben wir uns mit einem befreundeten Ehepaar getroffen. Sie waren schon eine Woche vorher geflogen um im Vorfeld die Lage zu betrachten.
Die vom Tsumami betoffenen Gebiete zeigten katastrophale Zustände.
Seit einiger Zeit hatten die verschiedensten Hilfsorganisationen einiges geschafft: so wurden z.B. Holzhäuser aufgebaut, Zeltstädte errichtet, Lazarette eingerichtet, Trinkwasseraufbereitungsanlagen wurden aufgestellt und vieles mehr.
Ferner erhalten die Geschädigten, nach Auskunft eines Betroffenen, später von der Regierung neue Häuser und Grundstücke, Fischer bekommen eine finanzielle Unterstützung von 80.000 Ruppies und einige hatten schon einen finanziellen Abschlag erhalten.
Nachdem wir uns nochmals erkundigt hatten, das alle unsere einheimischen Freunde, die direkt vom Tsunami betroffen waren, gut versorgt wurden, hatten wir uns entschlossen mit den Spendengeldern, die uns Verwandte, Bekannte, Freunde und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Nandlstadt übergeben hatten, den ärmsten der Armen zu helfen.
Durch Zufall haben wir einen Einheimischen kennengelernt, der als Reiseleiter beschäftigt ist. Ihm haben wir die Beweggründe geschildert, weshalb wir nach Sri Lanka gekommen sind, nämlich um zu helfen. Er war begeistert dies zu hören und hat uns bestätigt, das für die Tsunami-Opfer alles Erdenkliche getan wird. Doch dann hat er einen Satz gesagt, der sich uns ins Hirn gebrannt hat:
Es gibt Menschen auf Sri Lanka, die haben jeden Tag Tsunami- ihr Leben lang!!
Und da haben wir beschlossen genau diesen Menschen zu helfen.
Unser Freund, heute können wir so sagen, zeigte uns mit seinem Bruder zusammen ein Dorf. Sein Bruder betreut dieses Dorf als Sozialarbeiter. Es liegt ca. 25 Kilometer hinter dem Touristenort Bentota mitten im Dschungel, und wurde noch nie von Touristen besucht.
Es wurde uns bei einer Dorfbegehung ermöglicht die 25 ärmsten Familien zu besuchen und uns ihre Häuser anzuschauen. Wir konnten uns ein Bild von der Lebenssituation der Menschen und ihrer Kinder machen. Wir hörten uns ihre Sorgen an und notierten alles, was dringend gebraucht wurde. Es mangelte an allem. Vor allem die Bescheidenheit der Menschen hat uns überrascht.
Für sich selbst wollten die Eltern nichts haben, doch wenn wir etwas geben wollten, dann für die Kinder. Diese Familien sind so arm, dass sie ihre Kinder nicht in die Schule, die kostenfrei ist, schicken können, weil sie die Schulhefte und Stifte nicht bezahlen können.
Nach mehrmaligem Nachfragen erzählten uns dann auch die Eltern was ihre Wünsche wären.
So wurde sich von einer Familie eine neue Wand für ihr Haus gewünscht und von anderen ein paar Wellbleche für ein neues Dach.
Alles keine Sachen die für uns nicht bezahlbar waren, aber für diese Familien unbezahlbar waren.
Wir konnten die Wünsche der 25 Familien alle erfüllen und noch einiges mehr machen.
Alle Familien bekamen ein Lebensmittelpaket bestehend aus:
- 10 Kg Reis Seife
- Trockenfisch Zahnbürsten und Zahnpasta
- Trockenmilch Wundheilcreme
- Linsen Schmerzmittel
- Zucker Erdbeermarmelade (noch nie gegessen!!)
Für die 80 Kinder der Familien wurde ein Schulrucksack gepackt mit:
- 10 Schreib- und Rechenheften
- 5 Kugelschreibern
- 5 Bleistiften
- Buntstiften
- Radiergummi
- Anspitzer
Weiterhin konnten aus den Spenden bezahlt werden:
- Dachbleche für 6 Häuser
- 3 Matratzen
- 1 Bett
- Zement für einen festen Fußboden
- Steine und Sand für eine Wand
- 25 Bastmatten zum Schlafen
- 5 Schulbänke und 5 Schultische
- und die Untersuchung und Behandlung eines schwerstbehinderten Jungen durch einen Spezialisten in Colombo und für diesen Jungen eine 1-jährige Ausbildung in einer behindertengerechten Einrichtung.
Wir konnten mit relativ wenig finanziellen Mitteln vielen Menschen, vor allem Kindern, ein Stück weit helfen. Wir hatten sehr viel Schlimmes gesehen, aber auch die Freude erleben dürfen. Und wir haben neue Freunde gefunden. Das war ein Grund dafür, das wir gesagt haben:
Wir machen weiter!!
Heuer sind wir wieder nach Sri Lanka geflogen. Auch wieder mit Unterstützung der Menschen, die uns schon einmal geholfen haben. Als Ziel hatten wir uns diesmal die Hilfe für die Kinder gesetzt. Wichtig war und ist uns, den Kinder zu einer Zukunft und Perspektive zu verhelfen und ihnen eine Zugang zu schulischer Bildung zu verschaffen, ohne Vorbehalte politischer, konfessioneller und rassistischer Art.
Wir wollten uns diesmal auch nicht nur um das eine Dorf kümmern, sondern die Hilfe weiter ausdehnen. Natürlich haben wir auch „unser Dorf“ besucht. Eine Freude war es, den schwerstbehinderten Jungen ohne Hilfsmittel laufen zu sehen.
Mit den uns zur Verfügung gestellten privaten Spenden konnten wir für 200 Kinder die erforderlichen Schulsachen kaufen und sie den Kindern überreichen. Die Kinder, die im vergangenem Jahr schon Schulrucksäcke bekommen hatten, bekamen den erforderlichen Inhalt, diejenigen, die noch keinen Rucksack hatten, bekamen ihn mit Inhalt. Den freudigen Glanz in den Augen der Kinder kann man nicht beschreiben. Ein Junge kam aus einem 15 Kilometer entferntem Dorf um seinen Schulrucksack in Empfang nehmen zu können.
Das Schicksal so vieler Kinder in Sri Lanka, die hilflos dem Elend, der Not, dem Schmerz und dem Hunger ausgeliefert sind, hat uns tief erschüttert, so dass wir beschlossen haben, so umfassend wie möglich zu helfen.
Um den Kindern wirkungsvoller helfen zu können, wollen wir unsere Bemühungen bündeln, unsere Mitmenschen wach rütteln und ihnen das unsagbare Leid von zahllosen Kindern nahe bringen.
Deshalb haben wir uns heute hier zusammengefunden um einen Verein zu gründen und allen Menschen zu sagen: